Richard Seewald · 1889–1976
Für Sammler
Sie besitzen ein Werk von Richard Seewald oder möchten eines erwerben oder verkaufen? Hier finden Sie die wichtigsten Anlaufstellen und Hintergründe – unabhängig und ohne kommerzielles Interesse.
Gibt es ein Werkverzeichnis?
Für die Druckgrafik ja: Rolf Jentsch, „Richard Seewald – Das graphische Werk“ (1973). Für Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen gibt es kein vollständiges Werkverzeichnis; viele Arbeiten wurden nie katalogmäßig erfasst.
Wie lässt sich die Echtheit eines Werks prüfen?
Erste Anlaufstelle ist das Archiv der Fondazione Richard e Uli Seewald in Ronco sopra Ascona. Es bewahrt Gemälde, Zeichnungen und Druckgrafik Seewalds, seine Bibliothek und seinen literarischen Nachlass und beantwortet Anfragen von Forschenden und Auktionshäusern. Skizzenbücher, Tagebücher sowie Werk- und Ausstellungsunterlagen liegen im Deutschen Kunstarchiv des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg.
Worauf sollte ich bei der Provenienz achten?
1937 wurden 163 Arbeiten Seewalds als „entartet“ aus 23 deutschen Museen beschlagnahmt – überwiegend Druckgrafik, aber auch Aquarelle und Gemälde. Einige gelten als zerstört, andere als verschollen. Bei Werken mit Lücken in der Herkunft zwischen 1933 und 1945 lohnt ein Abgleich mit dem Beschlagnahmeinventar der Freien Universität Berlin und mit der Lost-Art-Datenbank.
Welche Werkphasen und Techniken gibt es?
Seewald begann um 1911 mit expressionistischen und fauvistischen Zeichnungen und Druckgrafiken; um 1913 entstanden die ersten Ölbilder. Ab etwa 1925 malte er in der klaren Formensprache der Neuen Sachlichkeit und des Magischen Realismus – Mittelmeerlandschaften, Tiere, Stillleben. Nach 1929 kamen religiöse Themen und große Wandbilder hinzu, nach 1931 das Tessin und Griechenland. Er arbeitete in Öl, Aquarell, Zeichnung, Holzschnitt, Linolschnitt und Radierung und illustrierte Dutzende Bücher.
Warum sind manche Werke so selten?
Nach dem Tod seiner Frau 1967 verbrannte Seewald rund 150 seiner Bilder sowie Hunderte von Skizzen und Entwürfen. Weitere Werke gingen durch die Beschlagnahmungen von 1937 verloren, und sein Altarbild in Ronco sopra Ascona wurde 1943 durch einen Erdrutsch zerstört.
Wo werden Werke von Seewald gehandelt?
Gemälde, Aquarelle und vor allem Druckgrafik von Seewald erscheinen im Kunsthandel und bei Auktionen. Für Preisvergleiche eignen sich die Ergebnisarchive der Auktionshäuser und Preisdatenbanken. Lassen Sie Herkunft und Zustand vor einem Kauf dokumentieren.
Darf ich Abbildungen seiner Werke verwenden?
Die Bildrechte liegen bei der Uli und Richard Seewald-Stiftung. Für Reproduktionen, etwa in Katalogen oder Publikationen, wenden Sie sich an die Stiftung.
Diese Website ist eine private Hommage. Sie handelt nicht mit Kunst, vermittelt keine Werke und erstellt keine Gutachten.